« Le coeur sur les lèvres »

Posted on 19 mai 2012

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Dietrich Fischer-Diskau ne chante plus, n’écrit plus. Il se dit qu’il ne pense plus mais pourtant il fera longtemps encore écho. Le coeur sur les lèvres est le titre de l’article nécrologique de Die Zeit (Das Herz auf den Lippen) :

Die vielleicht schönste Geschichte über Dietrich Fischer-Dieskau hat seine Frau, die Sängerin Julia Varady, einmal erzählt. Sie handelt von ihrer ersten Begegnung und spielt 1973 an der Bayerischen Staatsoper in München. Giacomo Puccinis Einakter Il tabarro (Der Mantel) steht auf dem Probenplan, Fischer-Dieskau gibt den Schiffer Michele, Varady die Giorgetta. Zur Begrüßung der jungen Kollegin erhebt sich Fischer-Dieskau, ganz Gentleman, und wird, so schildert es Varady in ihrer Erinnerung, länger und länger und immer noch länger – « wie eine Tanne, so hoch ».

(…)

Die Tanne: ein deutsches Nadelgewächs, aufrecht, dunkel, mit fedrig ausschwingenden Ästen und einem oft Furcht einflößenden Radius. Im Schatten eines solchen Holzes gedeiht nicht viel. Und das war und ist das Problem. Allerdings weniger Fischer-Dieskaus Problem als das aller anderen, seiner Konkurrenten, Epigonen und zahlreichen Nachfolger. Wer bis ins frühe 21. Jahrhundert hinein Lieder gesungen hat, deutsche Kunstlieder, der sang, ob er wollte oder nicht, wie Fischer-Dieskau. Wer sich mit der romantischen Selbstvergewisserungsdrangsal, den Herzländern und blauen Blumen eines Schubert, Schumann, Brahms, Hugo Wolf oder Richard Strauss beschäftigte, der hatte unweigerlich Fischer-Dieskau im Ohr und, als sei dies nicht genug, auch vor der Nase. Denn die, die unten saßen im Saal, hatten auch alle Fischer-Dieskau im Ohr, wen sonst, die Stimme der Fünfziger-, Sechziger-, Siebzigerjahre, seine Winterreise, seine Dichterliebe. Seit wenigen Jahren erst verblasst diese Schablone: Weil Fischer-Dieskau schon länger nicht mehr unterrichtete; und weil das Liedersingen doch etwas aus der Mode gekommen ist.

Le sapin (die Tanne), peut-être. L’oreille mélomane retiendra, avec une touche germanophile avérée, que DFD chantait-parlait l’allemand et que, mélomaniaquement, il aura beaucoup interprété la musique du XXe siècle et non pas seulement les grandes pages de Schubert et de Schumann. Articulait-il trop ? Personne ne peut avoir le mot de la fin, car il s’agit d’interprétation -d’autres sont possibles-, mais il aura souligné combien un chant est affaire inextricable de notes et de mots.

Des souvenirs personnels furent tissés de ces lieder de Schubert, que cela soit tapé pour rendre hommage à P. Q.

& :
DFD (YouTube) | Beethoven – An die ferne Geliebte: Nimm sie hin denn (Masterclass) | Schubert – Winterreise, D 911 « Erstarrung » (avec notes & mot)s | Schubert – Winterreise (avec Alfred Brendel, et 70 minutes durant) | Brahms – Die schöne Magelone (Masterclass, avec sous-titrage en français) | Mahler – Ich bin der Welt abhanden gekommen | Richard Strauss – Morgen
DFD obituary (The Gardian) | DFD (New York Times).
Geister der Musik und der Literatur (MusicOL).

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